Fulkum

Martinisingen

Ab der Dämmerung ist was los

Das schönste Fest für die Kinder ist am 10. November der Martini-Tag. Da ziehen sie mit der Laterne von Haus zu Haus und singen alte mitunter auch plattdeutsche Martinilieder.

Die Laternen werden oft schon Tage vorher gebastelt, viele nehmen auch gekaufte Lichter. Die Jugendlichen verkleiden sich, setzen „Skebeltskoppen" auf, wobei häufig die Verkleidung mit den Freundinnen und Freunden abgesprochen wird. Und dann treffen sie sich mit dem Dunkelwerden, ziehen von Haus zu Haus und singen ihre Lieder. Die Hausbewohner versammeln sich an der Tür, lauschen dem Gesang und belohnen die kleinen Sänger mit Keksen, Süßigkeiten und Ähnlichem. Den größeren Sänger werden auch alkoholische Getränke eingeschenkt.

Das Martinsfest, das ursprünglich zum Andenken an den heiliggesprochenen Bischof Martin von Tours am 11. November begangen wurde, bekam in Ostfriesland nach der 300-Jahrfeier der Reformation 1517 einen neuen Inhalt. Von da an wurde nur noch Martin Luther, der „Lichtfreund und der Glaubensmann" gefeiert, „de de Papst in Rom de Kroon offschlog". So wurde denn auch der Martinstag mit dem Martinisingen auf 10. November, den Geburtstag des Reformators, vorverlegt.

 

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