Fulkum

Die Glocke

Der Glockenturm wurde 1997 umfassend saniert. Dabei wurde eine vom Mauerwerk unabhängige Glockenaufhängung installiert, so dass sich die Schwingungen beim Geläut nicht mehr auf den Turm übertragen. Bis dahin lagerten die Balken, welche die Glocke trugen, auf den Mauern des Turmes.

Die Fulkumer Glocke hat zwei Vorgängerinnen gehabt. Im Jahre 1475 wurde in Bremen oder von wandernden Glockengiessern direkt bei der Kirche für Fulkum eine Glocke gegossen, die später aber in die Kirche zu Buttforde gebracht wurde. Auf der Glocke soll neben der Inschrift:

 

 
Maria bin ick geheten.
De von Folkum leten mi gethen
Got ghewe siner Seele Rad. 
Berend Klinghe van Bremen de mi ghaten hat,
anno dni M.CCCC.LXXV

auch das Bild der Maria Magdalena zu sehen gewesen sein. Der Erbauer Berend Klinghe gehörte zu einer berühmten Glockengießerfamilie des 15. Jahrhunderts, von der u.a. auch die Bronzetaufe in Esens gegossen wurde.

Etwa hundert Jahre später liess die Gemeinde eine weitere Glocke giessen, die von Balthasar Arend so beschrieben wird:

Auf der Glocken, die nun gar klein und 1574 gegossen worden, stehet: "Verbum Domini mant in eternum" (Das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit). Die heutige Glocke wurde 1834 von der Glockengießerwerkstatt M. und C. Fremy gegossen. Diese Glockeölgießerfamilie, Hugenotten aus Lothringen, kam im 17. Jahrhundert in die Niederlande und auch in unseren Raum. Sie lebte im 18. und 19. Jahrhundert auf Gut Barghausen bei Burhafe. Der alte Meister, der 1837 gestorben ist, hatte den Vornamen Mameus, der junge Meister hieß Claudy und danach die Firma M. u. C. Fremy. Ob die Glocke in ihrer Werkstatt oder in Fulkum gegossen wurde, ist nicht bekannt. Die Inschrift der Glocke lautet:

WEIT IST MEIN HALL
WEIT IST MEIN SCHALL
DIE STUNDE NAHT
BLEICH SCHEINT DIE SAAT
GROSS IST DIE WAHL,
AUF! SOEHN IM THAL:
SCR P. S. W. DETMERS, PASTOR
A. I. ARENS, KIRCHENVORSTEHER
GEGOSSEN DURCH M. FREMY UND C. FREMY
FULKUM 1834



 

print